Lieb e Gerda – Die Geburt eines Massenmörders

Eines flauschigen Sommerabends zog Lucas, der Mitarbeiter des Monats, des Studio im Netz, unbesorgt und glücklich von PC zu PC um sie, verantwortungsbewusst wie er ist, einen nach dem anderen auszuschalten, da die unverantwortlichen Kinder es mal wieder vergaßen. Doch dann sah er mit versteinerter Miene folgendes:

Das Gesicht eines jungen Mannes, der mit seinen dreifachen Tränensäcken und den toten, leeren Augen eines Serienmörders eine Fotographie von sich erstellt hatte, welche sich im Slang der Jugend auch „Selfie“ nennt. Über diesem Bild, welches Lucas beinahe vor Schock in die Knie zwang, stand der Text: „Lieb E Gerda, morgen besuche ich dich“. Nachdem sich Lucas, unser mutiger Held, nach schon zehn Minuten anfing, sich von diesem Schrecken, der bis heute noch kein Ende genommen hatte, wenn er überhaupt je ein Ende nahm, erholte, realisierte er, dass er die Bevölkerung davor warnen musste. Heldenhaft ergriff er die Macht, die zugleich sein Mobiltelefon war und teilte die Erkenntnis mit der Welt. Doch sie verstanden nicht. Sie hielten unseren Helden für verrückt. Sie wollten ihre Rettung nicht. Und nun, zwanzig Jahre später, ist die Zivilisation am Ende. Hätten sie doch nur gehört. Nun sind alle von uns geschieden und das nur durch die Hand des „Mass EN-Mörders“. Die Träume unseres Helden werden seit diesem Tag heimgesucht. So geht Tag für Tag vorüber, ohne Rast, ohne Ruhe. Ungewiss ob der „Mass EN-Mörder“ noch da draußen weilt. Die einzige Frage, die sich unser heldenhafter Lucas noch fragt, ist ob der Junge seiner Albträume nicht bald auch vor seiner Tür steht.

 

End e

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