Reboots und Remakes

„Hollywood gehen die Ideen aus!“. Diesen Satz höre ich in beinahe jeder Kinovorstellung sobald der erste Trailer anläuft. Ist der Trailer dann auch noch für das Remake oder den Reboot einer altehrwürdigen Reihe folgt entweder „Wie geil! Ein neuer xy!“, oder „Oh, bitte nicht. Die Neuauflage kann nur Mist werden!“. Doch Warum scheiden sich beim Thema Reboot und Remake derart die Geister? Und was ist überhaupt der Unterschied? Lets find out!

Ein Remake, zu Deutsch Neufassung, ist im Grunde genau das, was der Name vermuten lässt. Noch einmal dasselbe in Grün. Man nimmt einen bekannten Film und erzählt die gleich gleiche Geschichte erneut. Klar werden alle Rollen neu besetzt und moderne Special Effects verwendet, doch am Kernmaterial ändert sich nichts. Ein gutes Fallbeispiel für ein Remake ist „Godzilla“. Wie oft wurde die Geschichte dieser radioaktiven Rieseneidechse schon erzählt. Die Antwort. Zweimal in Amerika und ganze 30 Mal in japanischen Filmen. Und die Geschichte ist jedes Mal die gleiche (oder zumindest sehr ähnlich). Godzilla verwüstet eine Stadt und muss gestoppt werden oder kämpft gegen ein anderes Monster. Natürlich ändern sich Schauspieler, Special Effects und andere Details, doch im Großen und Ganzen bleibt es immer der gleiche Film.

Ein Reboot dagegen legt eine Franchise neu auf, entfernt sich weiter von der Vorlage und hat oft nicht mehr mit dem Original gemeinsam, als den Namen. In den letzten Jahren zählt das Reboot von Planet der Affen mit zu den bekanntesten. Die neue Trilogie tauscht Schauplatz, Zeitraum, Charaktere und Plotstruktur komplett aus. In der Vorlage aus den Sechzigern begleiten wir eine Gruppe von Raumfahrern, die auf der Erde abstürzen, nachdem sie bis zum Jahr 3978 in einem künstlichen Koma lagen. Die Erde wird dabei von intelligenten Affen beherrscht, da die Menschheit sich vor langer Zeit durch einen Atomkrieg selbst vernichtete. Die Neuauflage aus dem Jahr 2011 dagegen thematisiert die Eroberung der Erde, durch eine gewaltsame Revolution der Affen. Diese gelangten durch Tierversuche mit Alzheimermedikamenten zu menschenähnlicher Intelligenz.

Das große Problem an der Wiederbelebung alter Marken ist die Nostalgie, die an viele IPs geknüpft ist. Sie wirkt wie ein emotionaler Katalysator. Ist der Film gut, gibt es den fetten Nostalgiebonus obendrauf, ist er schlecht, ist die Enttäuschung doppelt groß, da die Helden der Vergangenheit nun so unrühmlich auf die Leinwand zurückgezerrt werden. Dazu kommt, dass viele Filme einfach ein Produkt ihrer Zeit waren. Die Herausforderung ist es dann, das Grundkonzept einer Idee in die moderne zu transferieren, ohne den Charme des alten auf dem Weg zu verlieren.

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